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Ein Umzug scheitert selten am Umzugstag, sondern an dem, was in den Wochen davor liegen bleibt. Diese Checkliste ist zeitlich sortiert – arbeiten Sie sie von oben nach unten ab, dann bleibt am Ende nichts übrig, was nicht mehr zu retten ist.

3 Monate vorher

  • Mietvertrag kündigen. Für Mieter gilt nach § 573c BGB eine Frist von drei Monaten. Die Kündigung muss spätestens am dritten Werktag eines Monats beim Vermieter eingehen, damit dieser Monat mitzählt. Schriftlich, unterschrieben, am besten per Einschreiben oder mit Empfangsbestätigung.
  • Bei mehreren Mietern unterschreiben alle. Eine Kündigung, die nur eine Person unterschrieben hat, ist unwirksam.
  • Alten Mietvertrag lesen: Sind Schönheitsreparaturen vereinbart? Gibt es eine Rückbaupflicht?
  • Urlaub beantragen – idealerweise Umzugstag plus ein bis zwei Tage danach.
  • Angebote einholen und Termin sichern. Gute Termine zum Monatsende sind früh vergeben.
  • Budget festlegen – Orientierung liefert unsere Seite Umzugskosten.
  • Kostenübernahme prüfen: Arbeitgeber, Jobcenter oder Sozialamt – bei Behörden immer vor Vertragsabschluss.

8 Wochen vorher

  • Umzugsunternehmen verbindlich beauftragen.
  • Ausmisten beginnen. Raum für Raum, nicht alles gleichzeitig. Drei Kisten: behalten, verkaufen/verschenken, entsorgen.
  • Größere Entsorgung planen. Was in großen Mengen weg muss, wird jetzt als Entrümpelung eingeplant, nicht am Umzugstag.
  • Nachmieter suchen, falls Sie früher raus wollen.
  • Renovierungsbedarf klären und Handwerkertermine sichern.
  • Kinderbetreuung und Schule am neuen Wohnort anmelden. Kita-Plätze haben lange Vorlaufzeiten.
  • Einlagerung klären, falls zwischen Aus- und Einzug eine Lücke bleibt – siehe Einlagerung.

6 Wochen vorher

  • Internet und Telefon ummelden. Das ist der häufigste Engpass: Je nach Anbieter und Anschlussart dauert die Umschaltung vier bis sechs Wochen.
  • Strom und Gas ummelden oder neu abschließen.
  • Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post einrichten. Kosten für sechs Monate: rund 30 bis 35 Euro (online günstiger als am Schalter). Wichtig: Der Auftrag gilt je Nachname beziehungsweise je Person – in einer Wohngemeinschaft braucht jede Person einen eigenen.
  • Versicherungen informieren: Hausrat (die Versicherungssumme richtet sich nach der neuen Wohnfläche), Haftpflicht, Kfz.
  • Adressänderungen sammeln. Bank, Arbeitgeber, Krankenkasse, Rentenversicherung, Finanzamt, Abos, Onlineshops, Vereine, Ärzte, Apotheke.
  • Umzugskartons bestellen – rund ein halber Karton je Quadratmeter Wohnfläche.

4 Wochen vorher

  • Halteverbotszone beantragen – für beide Adressen. Je nach Stadt dauert die Bearbeitung zwei bis sechs Wochen.
  • Sperrmüll anmelden. Auch hier gibt es Wartezeiten.
  • Selten Genutztes packen: Bücher, Deko, Saisonkleidung, Keller, Dachboden.
  • Rundfunkbeitrag ummelden (ab dem Einzug fällig, Ummeldung online möglich).
  • Alte Wohnung dokumentieren: Fotos vom Zustand aller Räume – wichtig für die Kaution.
  • Übergabetermine vereinbaren für alte und neue Wohnung.

2 Wochen vorher

  • Ernsthaft packen. Alles außer dem täglichen Bedarf.
  • Kartons nach Zielraum beschriften – nicht nach Inhalt.
  • Wichtige Dokumente separat sammeln: Ausweise, Verträge, Zeugnisse, Versicherungsunterlagen, Impfpässe. Diese Mappe reist im Handgepäck.
  • Vorräte aufbrauchen statt umziehen.
  • Handwerker- und Helferzusagen bestätigen.
  • Neue Wohnung ausmessen und einen groben Stellplan zeichnen – das spart am Umzugstag viel Diskussion.
  • Parkmöglichkeiten und Zufahrt am neuen Ort prüfen.

Die letzte Woche

  • Kühlschrank und Gefriertruhe leeren, spätestens 24 Stunden vorher abtauen und trockenwischen.
  • Waschmaschine abklemmen und die Transportsicherungen einsetzen.
  • Erste-Nacht-Kiste packen: Bettwäsche, Handtücher, Toilettenpapier, Duschzeug, Zahnbürste, Medikamente, Ladekabel, Werkzeug, Müllbeutel, Kaffee, Snacks, Schere und Klebeband.
  • Letzte Kartons schließen, Pflanzen transportfertig machen.
  • Schlüssel zählen – auch die, die Nachbarn oder Familie haben.
  • Wertsachen zusammenstellen, die im eigenen Auto mitfahren.
  • Ablauf mit dem Umzugsteam final besprechen: Uhrzeit, Adressen, Ansprechpartner, Besonderheiten.

Am Umzugstag

  • Halteverbotszone kontrollieren, notfalls früh das Ordnungsamt rufen.
  • Zählerstände ablesen und fotografieren: Strom, Gas, Wasser – in beiden Wohnungen.
  • Übergabeprotokoll für die alte Wohnung ausfüllen und von beiden Seiten unterschreiben lassen. Fotos vom besenreinen Zustand nicht vergessen.
  • Ansprechpartner sein. Eine Person sollte durchgehend erreichbar sein und Entscheidungen treffen können.
  • Beim Ausladen den Stellplan nutzen – Möbel einmal richtig stellen ist leichter als zweimal falsch.
  • Verpflegung für alle Beteiligten. Wasser und Kaffee sind keine Nettigkeit, sondern Logistik.
  • Schäden sofort melden. Äußerlich erkennbare Schäden müssen bei der Ablieferung angezeigt werden.
  • Schlüsselübergabe dokumentieren – wie viele Schlüssel, an wen, wann.

Nach dem Umzug

  • Innerhalb von zwei Wochen ummelden. Pflicht nach dem Bundesmeldegesetz, Bußgelder bis 1.000 Euro sind möglich. Alles Nötige steht unter Wohnsitz ummelden.
  • Kfz ummelden, falls sich der Zulassungsbezirk ändert.
  • Verdeckte Transportschäden innerhalb von 14 Tagen schriftlich melden.
  • Kaution zurückfordern, wenn die Abrechnungsfrist abgelaufen ist.
  • Rechnungen aufheben. Umzugsrechnung, Kartons, Halteverbot – das alles ist möglicherweise steuerlich absetzbar.
  • Nachbarn vorstellen und die neue Adresse an alle verteilen, die noch fehlen.

Packtipps, die wirklich helfen

  • Schwer in klein, leicht in groß. Bücher in kleine Kartons, Kissen in große. Kein Karton über 20 Kilogramm.
  • Böden doppelt kleben. Der Klassiker unter den Umzugsschäden ist der Karton, der im Treppenhaus unten aufgeht.
  • Hohlräume füllen. Was sich bewegt, geht kaputt. Handtücher und Kleidung sind kostenloses Polstermaterial.
  • Teller senkrecht stellen, nicht stapeln – so brechen sie deutlich seltener.
  • Kleidung auf Bügeln lassen und in Kleiderboxen hängen. Spart Packen und Bügeln.
  • Schrauben ans Möbel. Beutel mit Kleinteilen direkt am zerlegten Möbelstück festkleben.
  • Kabel fotografieren, bevor Sie den Fernseher abbauen.
  • Ein Karton bleibt offen bis zuletzt: Werkzeug, Klebeband, Schere, Stift, Müllbeutel.

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